Zoroastrian Identität

Kalifornien Zoroastrian Mitte - Rat auf nationaler Identität der persischen 

Die nationale Identität eines jeden Volkes hat mit seiner Kultur zu tun, welche mit der Geschichte verwurzelt ist. 

Die Kultur besteht aus einer Fülle von Gedanken, Gesprochenem und Taten, die uns aus uralten Zeiten angesammelt erreichen und Kulturgeschichte genannt werden.

Iranische Kultur beinhaltet zwei sehr unterschiedliche Teile: 

1. Kultur des zarathustrischen Irans mit einer Geschichte von nahezu 4000 Jahren, die von fünf iranischen Dynastien getragen wurde: der mythologischen Dynastie „Kyanian“ und der historischen Dynastie der „Meder“, „Achemeniden“, „Parther oder Aschkaniden“ und „Sassaniden“.

2. Die Kultur des islamischen Irans mit einer etwa 1400-jährigen Dauer, getragen von 89 kleineren Dynastien, bei denen es sich meist nicht um echte iranische Dynastien handelte. 

Die Kultur des zarathustrischen Irans besteht aus zwei Teilen: 

Der religiöse Teil hat ethische Liedertexte Zarathustras zum Inhalt, deren Sammlung „Gathas“ heißt, die die Weisheiten und Gedanken Zarathustras darstellen. Sie zeigen den Menschen den Weg des besseren Lebens in einer Welt, in der Freiheit und Freimütigkeit herrscht und in der die drei ewig gültigen Grundsätze gelten: Gutes denken, Gutes sagen und Gutes tun.

Der historische Teil beinhaltet die Sitten und Gebräuche der Zarathustrier, die die Kultur eines zarathustrischen Irans zutiefst geprägt haben. Sie sind im „Avesta“ gesammelt und sind Abhandlungen über Hygiene, Medizin, Recht, Geographie, Kunst des Regierens, Chronologie und Religion. Das „Avesta“ ist also kein Gebetsbuch, sondern beinhaltet die Kulturgeschichte eines alten Kulturvolkes, welche im Herzen der Weltkulturgeschichte ihren Platz hat. 

Manche dieser Schriften wie Vandidad, Dinkard, Ardaviraf und Bandhaschan sind unter bestimmten politisch-sozialen Bedingungen über Hunderte von Jahren vorzarathustrischer oder nachzarathustrischer Zeit entstanden und stimmen auch nicht immer mit der zarathustrischen Lehre überein. Deshalb sind sie nur historisch relevant und nicht religiös, so dass die meisten zarathustrischen Grundsätze nur aus den „Gathas“ zu entnehmen sind und sonst nirgendwo her. Sie sind etwa 4000 Jahre alte authentische Texte Zarathustras. 


Altiran und die zarathustrische Lehre

Iran ist die Geburtsstätte Zarathustras und des Zarathustrismus. Weil diese Religion jedoch als „Vernunftglaube“ mit der modernen Wissenschaftsentwicklung in der heutigen Welt übereinstimmt, interessieren sich seit einigen hundert Jahren zahlreiche Gelehrte und Forscher aus der ganzen Welt für die Lehre Zarathustras. Die zarathustrische Lehre ist also alt, jedoch keineswegs veraltet. Bevor diese Lehre eine Religion darstellt, ist sie ein vernunftbetonter Weg zum besseren Leben, ein Lebensweg zur Verbesserung der Lebensumstände. Diese Lehre ist auf Ethik, Gedankentiefe und Humanismus aufgebaut. Die Botschaft Zarathustras ist für alle Bürgerinnen und Bürger dieser Welt und nicht nur für eine bestimmte Rasse, Nation, Völkergruppe oder Zeit und propagiert immer wieder „Liebe“ und „Wahrhaftigkeit“.



Farwahar, Ahura-Mazda, Feuer und Helligkeit

Farwahar stellt nicht Ahura-Mazda dar, sondern ist ein zarathustrisches Symbol für das Wachsen, Fortschritt, Entwicklung und Glückseligkeit von Menschen auf der Grundlage des guten Denkens, guten Sagens und guten Tuns in einer unendlichen Welt (großer Kreis in der Mitte), gegründet auf zwei Grundpfeilern der ewigen Weisheit (Farwahars Gesicht) und Liebe (kleiner Kreis in der Hand als Zeichen des Versprechens), befördert jeden Menschen Richtung Himmel (hocherhobener Arm Farwahars), eine Richtung, die zur Wahrheit, Wahrhaftigkeit, also in das Reich Gottes führt (offene Flügel Farwahars). „Ahura-Mazda“ ist der einzige und alleinige Schöpfer des Seins in der Welt, der kein Bildnis hat und der Freund und Helfer der Menschen im Kampf gegen das Böse ist. Das „Feuer“ ist das reinste Element auf der Welt, wie auch die Helligkeit der Sonne, die auch die reinsten energiebeladenen Elemente (die Photonen) besitzt, die Düsterheit erhellt und die Gebetsrichtung der Zarathustrier aufzeigt. 

Behdin

Dieses Wort ist im Avesta statt „Zarathustragläubiger“ verwendet worden und bedeutet „Gute Religion Gläubige“, die, die in der Lage sein müssen, den Neuaufbau der Welt voranzutreiben und für Menschen aktiv bessere Lebensbedingungen zu organisieren mit einer religiösen Lehre, die von Wahlfreiheit und nicht von Gewalt bestimmt ist, wo jeder aufgrund seiner Vernunft und freien Denkens seinen Lebensweg und seine Religion selbst wählt. 

Der Verstand führt den Menschen bei der Wahl zwischen Gut uand Böse.(Gathas 31/12). 


Zwei gegensätzliche Kräfte

Nach den „Gathas“ ist der Entstehungsort von „Gut“ und „Böse“ das menschliche Denken. Gute Gedanken heißen „Spanta Minu“ und böse Gedanken werden „Angre Minu“ oder „Ahriman“ genannt. Deshalb gibt es im Zarathustrismus weder „Polytheismus“ noch ist „Ahriman“ der Gegner „Ahura-Mazdas“ 


 In der Welt gibt es einen einzigen Weg, und der ist der Weg der Wahrhaftigkeit. Die Befolgung 
dieses Weges ist der beste Weg.
(Gathas 43-9)


Ascha; Weltordnung

Es gibt eine Ordnung, die die Welt beherrscht. Die Störung dieser Weltordnung verursacht verheerende Schäden wie z. B. Umweltverschmutzung. Diese Weltordnung wird glücklicherweise durch die modernen Kenntnisse der Wissenschaft erkannt, und man ist auch dabei zu lernen, wie man in Zukunft diese Schädigungen vermeiden kann 

O Mazda-Ahura, Es soll sein, dass wir mit guten Gedanken uns dir nähern und mit der Herrlichkeit des Seins unseren leiblichen und seelischen Wert erkennen. (Gathas 28/2).



Die Freiheit der Gedanken, des Willens und der Entscheidung

Diese Begriffe sind die wertvollen göttlichen (ahuraischen) Geschenke an Menschen, und niemand hat das Recht, ihnen diese Rechte streitig zu machen. Zarathustra hat den Menschen die absolute Freiheit gelassen, mit ahuraischer Hilfe und ihrer eigenen Vernunft (Verstand), den richtigen Lebensweg für sich zu wählen (Gathas 30/2).


Die Belohnung der Guten liegt in wahrer Entwicklung und seelischer Kraft.  (Gathas 31-21)

Mit guten Gedanken und reinem Herzen kann man die hohe innere Entwicklung erreichen.  (Gathas 33-8)


Menschenrechte

Alle Menschen sind gleich, welcher Rasse, Religion und Nation sie auch angehören. Der sogenannte bessere Mensch ist der, der gute Gedanken, gute Worte und gute Taten vorzeigen kann. In der zarathustrischen Literatur wird die Glückseligkeit und ein erfülltes Leben für alle Menschen gewünscht. Kurosch der Große hat im Lichte dieser zarathustrischen Ethik und Humanismus die erste Charta der Menschenrechte aufgestellt.  


Gott hat die Menschen frei geschaffen.   (Gathas 31-11)

Der Mensch ist im Zarathustrismus hoch angesehen, so hoch, dass Frauen und Männer, die sich um die Verbreitung der Freiheit bemühen, als Freunde und Mitarbeiter Ahura-Mazdas bezeichnet werden. Die materielle und geistige Welt
sind heilige Orte, und das Leben darin ein Geschenk Ahura-Mazdas. Daher gilt es unbedingt, die Welt und das Leben zu schützen und die Fackel des Lebens noch leuchtender den kommenden Generationen zu übergeben. Das Endziel des Lebens ist, zu Ahura-Mazda zu gelangen. Ahura-Mazda ist allen ein liebevoller Freund und Helfer. 


Das höchste Ziel des Lebens ist es, mit Ahura Mazda eins zu werden.   (Gathas 45-11)

Ahura Mazda ist allen ein liebevoller Freund und Helfer.  (Gathas 43-14)


Gleichstellung von Frau und Mann

Im Zarathustrismus genießen beide Geschlechter gleiche Rechte. Immer, wenn Zarathustra spricht, erwähnt er Frauen und Männer in einem Atemzug.


Freude und Fröhlichkeit

Ahura-Mazda ist der Initiator des freudigen Universums im Lichte der Welterschaffenden, reiner Gesinnung, der Liebe, des Friedens und der Freude für die Menschen. Im Grundsatz steht in den Gathas: „Glücklich ist, wer andere glücklich macht“.

Glücklich ist, wer andere glücklich macht.   (Gathas 43-1)


Widerstand gegen Unterdrücker

Der Zarathustrier begegnet auch den Unterdrückern zunächst einmal mit Liebe und Freundlichkeit und der Bereitschaft zum Austausch. Ist dies nicht möglich, ist Widerstand angesagt: Um die Wahrhaftigkeit voranzutreiben, muß gegen Truggenossen Widerstand geleistet werden.

Um die Wahrhaftigkeit voranzubringen, muß man gegen Truggenossen Widerstand leisten.   (Gathas 43-13)


Erfrischung, Entwicklung, Erneuerung

Rückentwicklung, gar Stillstand, wird im Zarathustrismus als Laster angesehen

Es soll sein, dass wir zu denen gehören, die die Welt erneuern und die Menschen zur 
Wahrhaftigkeit und Frömmigkeit führen.
   (Gathas 30-9)


Schicksal und Vorbestimmung

Der Mensch bestimmt durch sein Denken, Reden und seine Taten sein eigenes Schicksal. Obwohl das menschliche Verhalten freiwillig ist, ist die Reaktion darauf determiniert.

Jeder bereitet sein Glück oder Unglück selbst vor.   (Gathas 31-20)


Umweltschutz

Das Töten der Tiere ist im Zarathustrismus verboten und der Schutz des natürlichen Lebensumfeldes wird dringend empfohlen. Die Reinhaltung der Umwelt ist einer der wichtigsten religiösen Grundsätze.


Die Botschaft Zarathustras ist 

            Reich an Liebe, Hoffnung, Fröhlichkeit und Zuversicht.